Regen

Gerade komme ich von meinem Nebenjob nach Hause - und zwar früher als gedacht wegen dem Unwetter.

Draußen schüttet es. Aber Regen ist für mich ein Stück Neubeginn. Das Alte wird weggewaschen und macht Platz für Neues.

In mir sind jetzt solche Gedanken und Gefühle. Ich bin nicht leer und das ist so ein unglaublich gutes Gefühl. Ich denke, das ist es was in meinem Leben fehlt - Gedanken und Gefühle - oder nein vielmehr Ereignisse, die Gedanken und Gefühle verursachen.

Ich hoffe so sehr, das wird sich im Oktober ändern, wenn ich in eine neue Stadt ziehe. Ein Neuanfang, der - wie der Regen - alle alten resignierenden Gedanken, verschwinden lässt.

2.8.14 19:55, kommentieren

Harte Zeiten

Heute geht es mir schon etwas besser. Ich habe mir eine amerikanische Zeitschrift gekauft, in der ein Interview von einer Schauspielerin abgedruckt war.

"Sacrificing your childhood is a lot, but this journey has taught me so much, so far. I have evolved as an acress and I've learned to chase my dreams and embrace everything it comes with. "

Bei mir ist es vielleicht nicht die Kindheit, aber doch ein großes Stück meines jungen Erwachsenen-Daseins. An Tagen, an denen es mir gut geht, lerne ich so vieles, das mir - wenn es mir oft nicht so schlecht ginge - entgehen würde. Ich will sicherlich nicht sagen, dass ich positiv an meine schlechten Tage denke (ganz im Gegenteil - denn wenn es mir schlecht geht, dann würde ich alles geben, damit es aufhört). Aber es bringt mich auch weiter.

28.7.14 19:43, kommentieren

Happy Girls

27.7.14 13:59, kommentieren

ein Schritt zurück

Die Grenzen verschwimmen schon wieder und ich fühle mich wieder nicht "in meinem Körper", sondern irgendwie neben mir - was mich ziemlich stresst.

Ich fühle mich dann nicht mehr richtig lebendig und erkenne in nichts einen Sinn. Es ist nicht so schlimm wie es schon einmal war, aber dennoch fühle ich eine Art Vakuum in mir, das aufgefüllt werden möchte.

Ich verstehe immer noch nicht, woher das kommt. Wann werde ich endlich aufhören mit meiner Umwelt zu verschwimmen und ganz klar erkennen können, wer ich bin ?

27.7.14 12:51, kommentieren

Dornröschenschlaf

Ich habe angefangen Bücher, die ich lese nur noch mit Einmerkhilfen zu lesen. So kann ich Stellen, die ich nicht vergessen möchte, schnell wiederfinden.

"Aus meinem Dornröschenschlaf zu erwachen, hatte mich dünnhäutig werden lassen. Über ein Jahr hatte ich in einem Glassarg verbracht, und jetzt wusste ich auch warum: Es war unglaublich anstrengend, mich mit der Welt um mich herum auseinanderzusetzen. Wie schaffen die anderen das nur den ganzen Tag, und das jeden Tag?"

Besser könnte man meine momentane Situation wohl kaum beschreiben. Ich bin dabei aufzuwachen. Nur um festzustellen, dass Menschen Erwartungen an mich haben - Erwartungen, die ich immer wieder enttäusche. Jede Konfrontation, jede Kritik tut mir tief in der Seele weh. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich mich erst von der Welt abgeschottet habe. Und jetzt, da ich anfange zurückzukommen, erscheint alles noch viel härter als zuvor.

"Wie schaffen die anderen das nur den ganzen Tag, und das jeden Tag?"

25.7.14 20:32, kommentieren

Verlust

Viele Menschen denken, dass das Schlimmste auf der Welt ist, einen geliebten Menschen zu verlieren. Aber das stimmt nicht. Das Schlimmste auf der Welt ist, sich selbst zu verlieren.

Heute morgen bin ich aufgewacht und habe mich lebendig gefühlt. Lebendig. Das heißt in meinem Körper.

Oft haben mich Leute gefragt, ob alles in Ordnung sei. Und ich habe geantwortet, dass alles gut ist. Aber das war meistens gelogen. Weil es das ist, was die Leute hören wollen.

Jede Geschichte hat ein glückliches Ende - und wenn es noch nicht glücklich ist, dann ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Ich weiß nicht, ob es das Wort "glücklich" trifft, aber ich denke, jede Geschichte hat seine Berechtigung. Vielleicht sollte man sagen, jede Geschichte hat ein gutes Ende und wenn es noch nicht gut ist, dann ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Ich weiß nicht, warum ein Teil meiner Geschichte so hart sein musste. Vielleicht, weil ich es auf die harte Tour lernen musste, dass es einen nicht weiterbringt, vor sich selbst davonzulaufen. Oder vielleicht auch, weil ich es mir schon immer schwer gemacht habe.

Ich kann nicht da weitermachen, wo ich aufgehört habe, als das alles anfing. Und ich habe Angst - schreckliche, rießengroße Angst. Angst, mich selbst wieder zu verlieren. Denn es gibt immer noch zu viele von diesen Stunden, in denen ich innerlich tot bin.

3 Kommentare 24.7.14 19:13, kommentieren

Neustart

Ich weiß nicht, warum ich ausgerechnet jetzt wieder anfange Tagebuch zu schreiben. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach gerne schreibe. Vielleicht ist es auch, weil ich mich mehr mir und meinem Leben zuwenden möchte. Oder möglicherweise auch deshalb, weil es bald etwas in meinem Leben gibt, das es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Fest steht, dass für mich ein neues Kapitel meines Lebens beginnt. Es ist Zeit für einen Neustart und glaub’ mir, der ist dringend nötig.

Gerade regnet es. Obwohl das eher eine Untertreibung ist - es schüttet. Eben lag ich noch in meinem Bett und habe gelesen. Das mag sich jetzt nach nichts Besonderem anhören, aber für mich ist es das. Es bedeutet, dass ich etwas Normales tun kann. Dass ich lebendig bin. Dass ich den Regen hören, die frische Luft riechen und die warme Kleidung auf meiner Haut spüren kann. Dass ich im Hier und Jetzt lebe.

Denn ich war viele Jahre lang wie tot. Konnte nichts sehen, nicht hören, nichts riechen, nichts fühlen. Das ist wie in einen Abgrund aus Nichts zu fallen, in dem es nichts gibt - nur kalte Dunkelheit.

Aber seit etwa zwei Wochen ist alles anders. Ich habe zurück in meinen Körper und zu mir gefunden. Und damit auch zurück ins Leben. Jetzt geht es darum, auch lebendig zu bleiben - was nicht immer einfach ist. Wenn man das nicht erlebt hat, ist es wahrscheinlich schwierig zu verstehen. Im Grunde lässt es sich so erklären, dass wenn man erst einmal sich selbst verloren hat, es ein Kampf ist, nicht wieder zurück in die Leere zu stürzen. Denn es gibt nichts Schlimmeres - und da bin ich mir so sicher wie bei nichts anderem - als sich selbst zu verlieren.

Aber ich schweife ab. Lebendig zu sein bedeutet auch lebendiges zu tun. Seinen Alltag zu gestalten, die kleinen Wunder entdecken - jede Sekunde zu riechen, zu schmecken, zu hören, zu fühlen. Sein Leben zu leben. Mal sehen was es für mich bereit hält..

1 Kommentar 22.7.14 15:10, kommentieren