Verlust

Viele Menschen denken, dass das Schlimmste auf der Welt ist, einen geliebten Menschen zu verlieren. Aber das stimmt nicht. Das Schlimmste auf der Welt ist, sich selbst zu verlieren.

Heute morgen bin ich aufgewacht und habe mich lebendig gefühlt. Lebendig. Das heißt in meinem Körper.

Oft haben mich Leute gefragt, ob alles in Ordnung sei. Und ich habe geantwortet, dass alles gut ist. Aber das war meistens gelogen. Weil es das ist, was die Leute hören wollen.

Jede Geschichte hat ein glückliches Ende - und wenn es noch nicht glücklich ist, dann ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Ich weiß nicht, ob es das Wort "glücklich" trifft, aber ich denke, jede Geschichte hat seine Berechtigung. Vielleicht sollte man sagen, jede Geschichte hat ein gutes Ende und wenn es noch nicht gut ist, dann ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Ich weiß nicht, warum ein Teil meiner Geschichte so hart sein musste. Vielleicht, weil ich es auf die harte Tour lernen musste, dass es einen nicht weiterbringt, vor sich selbst davonzulaufen. Oder vielleicht auch, weil ich es mir schon immer schwer gemacht habe.

Ich kann nicht da weitermachen, wo ich aufgehört habe, als das alles anfing. Und ich habe Angst - schreckliche, rießengroße Angst. Angst, mich selbst wieder zu verlieren. Denn es gibt immer noch zu viele von diesen Stunden, in denen ich innerlich tot bin.

24.7.14 19:13

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


flo / Website (27.7.14 14:06)
wie kam's, dass du dich selbst verlorst?
ein toter lebendiger geworden warst?

liebe gruesse schicknich dir.


hellblau91 (27.7.14 15:23)
so ganz leicht ist das leider nicht zu sagen - ich denke, es hat zum Teil etwas mit einer starken Flucht von mir selbst zu tun. Manchmal hört man eben auf zu leben, weil die Realität nicht gut genug zu sein scheint. Vielleicht liegt es auch an der Angst, die man vor sich selbst hat. Die Angst, nicht gut genug zu sein oder zu versagen. Oder weil man sich selbst nicht mehr ertragen kann. Ich hab aufgehört mich mit mir zu identifizieren und habe nur noch durch meine Gedanken gelebt.


flo / Website (27.7.14 15:29)
hm...
dabei, so denke ich,
ist man am gluecklichsten,
wenn die drei zustaende:
'wer glaube ich zu sein'
'wer moechte ich gerne sein'
und
'wie glauben die anderen, dass ich bin'
am wenigsten differieren.


aber gut, dass du erkennst,
dass das leben gelebt werden moechte.
vermutlich heisst es deswegen so

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